Top 100 der Alpenberge – die Karte

Die 100 größten Berge der Alpen – welche es sind und wo sie liegen zeigt diese Google-Map. Zugrunde liegt die Metrik der Bergwertung, d.h. es fließen mehrere Merkmale eines Berges ein, die ihn groß und mächtig erscheinen lassen. Die Top 10 haben ein rotes Berg-Symbol, die übrigen werden entsprechend ihrer Punktzahl mit einem türkisen (> 4000 Punkte) oder einem grünen Berg-Symbol (< 4000 Punkte) auf der Karte lokalisiert. Das sind je 45 Berge. Die Rangliste der Top 100 findet sich in einem früheren Beitrag hier.

Mountain Prominence in the Rhineland

Around Bonn there are 70 peaks with 100 or more meters of mountain prominence. I identified them within a 80-km-radius around the place where I live. I checked detailed topographic maps and marked all suitable peaks in a map, together with their individual key saddle (= „prominenzrelevante Scharte“) and connecting watersheds. Red labels mark elevations of more than 150 meters of prominence, green labels the smaller ones.

Look here:

These are the top 10 prominence peaks in the here described area of the Rhineland: 

# Peak Elevation (m) Prominence (m) District
1 Hohe Acht 747 m 528 m AW / MYK
2 Nordhelle 663 m 265 m MK
3 Alarmstange 545 m 246 m WW
4 Kinheimer Berg 421 m 229 m WIL
5 Fuchskaute 657 m 227 m WW
6 Schwarzer Mann 697 m 215 m BIT
7 Gr. Oelberg 460 m 205 m SU
8 Asberg 441 m 199 m NR
9 Hoher Wald 656 m 195 m SI / OE
10 Hochkessel 420 m 168 m COC

Computation of the mountain score of all these Rhineland peaks is work still to be done.

Erkundungen in Finnland

Ähnlich wie in Norwegen ist die Bestimmung des mächtigsten Berges auch in Finnland eine anspruchsvolle Aufgabe. Ein Blick auf die Karte verweist einen schnell nach Lappland, genauer gesagt in den schmalen Nordwestzipfel des Landes zwischen Schweden im Westen und Norwegen im Norden und Osten. Hier ist Finnland einigermaßen bergig.

Zunächst möchte man beim höchsten Berg des Landes beginnen und fragen, ob dieser auch zugleich der mächtigste ist. Nun, Finnlands höchster Punkt ist gar keine Erhebung, sondern ein Punkt im Hang. Wobei „Hang“ hier die sanft ansteigende Fläche zu einem der Kulminationspunkte des Halti-Fjells meint. Dieser „Gipfel“ misst 1331 m und liegt ganz in Norwegen. Der Grenzstein zu Finnland aber nur auf 1324 m. Selbst wenn wahr geworden wäre, was zum 100. Unabhängigkeitstag Finnlands geplant gewesen war (dass Norwegen Finnland diesen Berg schenkt), wäre dieser niemals Finnlands mächtigster Berg nach der Bergwertung. Denn P. 1331 ist nur durch eine flache Senke von P. 1361 getrennt, dem höchsten Punkt des Fjells, den niemand je Finnland schenken wollte.

Auf der Suche nach Kandidaten für die höchste Punktzahl im Land habe ich eine Reihe von Fjells südlich des Halti überprüft. Spitzenreiter ist danach der (oder die?) Kovddoskaisi, 1242 m hoch und mit 402 m Prominenz recht eigenständig. Dank der steilen Südwestflanke kommt das Fjell auf 1886 Bergpunkte. Etwa so viel wie der Hohe Freschen in Vorarlberg oder der Hochwechsel am Ostrand der Alpen.

1920px-Saana_at_Kilpisjärvi,_2012_March
Der 1029 m hohe Saana kommt auf 1668 Punkte. Anlässlich des 100. Jahrestages der Unabhängigkeit Finnlands war er Gegenstand einer gigantischen Illuminierung (4./5. Dez. 2017). Foto: Simo Räsänen (CC-BY-SA-3.0)

Ich hielt es nicht für ausgeschlossen, dass von den weiter im Süden und Osten stehenden Erhebungen dank der größeren Isolation auch deutlich niedrigere Berge würden punkten können. Überprüft habe ich dies für den Sokosti (718 m) im Nationalpark Urho Kekkosen nahe der russischen Grenze und für den Pallastunturi (807 m) nahe der schwedischen Grenze. Für beide liegen die Punktwerte niedriger als beim Kovddoskaisi, wobei die Schartenhöhe kaum verlässlich angegeben werden kann. In Wikipedia eingetragene Prominenzen sind sogar fast immer falsch. Die Schwierigkeit besteht darin, in der eiszeitlich buckligen Landschaft so etwas wie eine prominenzrelevante Wasserscheide zu ermitteln. Bei einer angenommenen Schartenhöhe des Sokosti von 200 m, was näherungsweise hinkommen dürfte, kommt dieser auf 1802 Punkte.

Ähnlich wie im Nachbarland Norwegen ist auch hier die Bestimmung der mächtigsten Erhebung nicht abgeschlossen. Sicher ist nur, dass in beiden Ländern der höchste Punkt nicht den größten Berg markiert.

Hat Norwegen einen „Viertausender“?

Kleiner Werkstattbericht von einer Erkundung in Norwegen.

Erster Eindruck: So komplex hatte ich mir das nicht vorgestellt, den mächtigsten Berg Norwegens zu finden. Es deutet sich nämlich an, dass Galdhøpiggen und Glittertind, die beiden höchsten Berge des Landes, nach Bergwertungspunkten eher nicht werden vorne liegen (3757 bzw. 3265 Punkte). Zu gering ist das Relief ausgeprägt gegenüber den viel steileren Bergen entlang der zahlreichen Fjorde. Doch welche Berge sollten hier für den mächtigsten in Frage kommen?

Mein Verdacht geht in Richtung der Lyngen-Alpen, eines Gebirges ganz im Norden des Landes. Sie kulminieren im 1834 m hohen Jiekkevárri, der aufgrund seiner Gletscherkappe auch Montblanc des Nordens genannt wird. Mit 155,4 km Isolation, 1744 m Prominenz und einer Steilheit von 1254 auf 1834 m erreicht er 3949 Punkte.

Jiekkevarri-ost
Jiekkevárri – der wohl mächtigste Berg Norwegens. Bild: Serge Kräutle (CC-BY-SA-2.0)

Sofort drängt sich die Frage auf: Kann Norwegen irgendwo mehr Punkte? Der Newtontoppen auf Spitzbergen bringt es auf 3191 Punkte; der Breitinden im Trollgebirge über der gigantischen Romsdalen-Schlucht auf 3525 Punkte. Alle anderen Berge, die ich überprüfe, landen deutlich unterhalb der 3900 Punkte.

Hilfe naht durch die Liste der prominentesten Gipfel Norwegens von Petter Bjørstad. Denn damit grenzt sich die Menge der Kandidaten auf ein einigermaßen handhabbares Maß ein. Was jetzt noch ansteht, ist eine Überprüfung, ob von den gelb und rot verzeichneten Gipfel hier welche aufgrund besonderer Steilheit das Zeug haben, die Lyngen-Alpen zu überrunden. Meine Vermutung: Das wird nicht klappen. Ich werde beizeiten wieder dazu berichten. Einstweilen muss ich konstatieren: Norwegen hat keinen „Viertausender“.

Mitmachen, Punktzahlen ausrechnen

Wer selber Punktzahlen von Bergen errechnen und zur Datenbasis beitragen will, kann dies anhand der Google-Sheet-Datei tun, die ich hier bereitstelle. Das erfordert ein wenig Routine, aber wenn man es einmal raushat, geht es recht schnell. Zudem mache ich so auch meine gesamte Datenbasis für Interessierte zugänglich. (Dank auch an Matthias K. für zahlreiche Messungen).

Google-Sheet-Datei (Lizenz CC-BY-NC-SA 4.0)

Kurzanleitung:

  1. Name und Höhenzahl eintragen.
  2. Zuordnung zu Berggruppe ist nicht unbedingt erforderlich, ermöglicht aber Sortierungen nach Berggruppen. Eine bestimmte Gebirgseinteilung ist von mir nicht einheitlich zugrunde gelegt.
  3. Isolation: falls von peakbagger.com oder Wikipedia bekannt, von dort übernehmen; sonst selber durch Blick auf die Karte den nächstgelegenen höheren Punkt finden. Ich arbeite mit der Geländedarstellung und dem Tool zur Entfernungsmessung in Google Maps. Für die genauen Höhenzahlen muss man eine ordentliche topografische Karte hinzuziehen. Zum Beispiel in der Schweiz leistet diese gute Online-Karte hervorragende Dienste.
  4. Prominenzrelevante Scharte: Bei nah beieinander liegenden Gipfeln meist nicht schwierig abzulesen; kann schon mal ein ausuferndes Geschäft werden, wenn der gesuchte Punkt im Tiefland zwischen zwei Gebirgen liegt. Oft ist bereits in peakbagger.com der Prominenzwert vorhanden, dann diesen bei „Schartendifferenz“ direkt eintragen und das Feld „Scharte“ offen lassen.
  5. Tiefster und höchster Punkt im Umkreis von 30 km: Hier wieder eine Kombi von Google Maps und topografischer Karte nutzen.
  6. Höchster und tiefster Punkt im Nahumkreis: Dafür den automatisch errechneten Wert der relativen Höhe als Radius wählen und entsprechende Punkte auf der Online-Karte suchen.

Viel Spaß!

Die größten Berge am Ostende der Alpen (Top 30)

Die Bergwelt am nordöstlichen Ende der Alpen ist von vielen relativ isoliert stehenden Bergstöcken aus Kalkstein geprägt, die nicht die ganz großen Höhen erreichen und teilweise nur voralpinen Charakter aufweisen. Dennoch gibt es in den Wiener Hausbergen eine Reihe von Bergen, die hohe Punktzahlen nach dem System der Bergwertung erhalten. Welche das sind, zeigt die folgende Rangliste der Top 30. Für die Liste habe ich das „Untersuchungsgebiet“ gegenüber den Wiener Hausbergen im engeren Sinne ein wenig ausgeweitet und betrachte die Bergregion zwischen Wien und der verkehrstechnisch bedeutsamen Linie der A9, Pyhrn-Autobahn. Geografisch ist also das Bergland gemeint, das sich östlich der Linie Steyr – Pyhrnpass – Liezen – Schoberpass – Bruck an der Mur – Graz bis nach St. Pölten, Wien und Wiener Neustadt hin erstreckt. In dieser Region gibt es 30 Berge mit mehr als 2500 Bergpunkten, davon 10 „Dreitausender“. Der führende Berg der Rangliste ist zugleich Platz 62 der Alpen-Top-100, das Hochtor im Gesäuse.

Rang

Berg

Punktzahl

Höhe (m)

Isolation(km)

Prominenz (m)

1.

Hochtor

3927

2369

20,8

1520

2.

Gr. Buchstein

3347

2224

5,9

1363

3. Schneeberg Klosterwappen 3284 2076 49,1 1344
4. Gr. Pyhrgas 3263 2244 11,7 1290
5. Gößeck 3262 2214 15,9 832
6. Admonter Reichenstein 3247 2251 5,2 812
7. Hochschwab 3225 2277 38,8 1051
8. Lugauer 3115 2218 6,3 663
9. Hochzinödl 3034 2191 2,2 496
10. Rax Heukuppe 3030 2007 12,1 992
11. Hochkogel (Kaiserschild) 2936 2105 6,9 800
12. Eisenerzer Reichenstein 2925 2165 6,5 660
13. Gr. Ödstein 2888 2335 1,7 185
14. Kaltmauer 2830 1929 6,9 399
15. Sparafeld 2828 2248 0,9 358
16. Ötscher 2816 1893 21,8 821
17. Hexenturm 2774 2172 4,3 358
18. Tamischbachturm 2754 2035 5,2 585
19. Hochlantsch 2753 1721 26,3 639
20. Hoher Nock 2723 1963 14,1 999
21. Hochstadl 2714 1919 4,5 1072
22. Scheiblingstein 2698 2197 1,9 323
23. Riegerin 2678 1939 3,6 459
24. Bosruck 2659 1992 4,6 684
25. Dürrenstein 2647 1878 11,2 809
26. Trenchtling Hochturm 2589 2081 8,1 506
27. Hohe Veitsch 2583 1981 12,7 728
28. Zeiritzkampel 2546 2125 6,6 564
29. Gamsstein Hochkogel 2538 1774 9,4 1094
30. Ebenstein 2517 2123 5,8 348

Viele dürften die östlichsten Alpenberge hinsichtlich ihrer Größe und Schroffheit unterschätzen. Vergleicht man die hier betrachtete Region z.B. mit den deutschen Alpenbergen, so trifft man dort nur 25 Berge mit mehr als 2500 Punkten an, während es hier 30 sind.

Besonders stark vertreten sind in den Top 30 die Ennstaler Alpen mit den schroffen Gipfeln im Gesäuse und den Haller Mauern (insgesamt 13 Gipfel). Es folgen die Gebirgsgruppen Hochschwab (5 Berge), Eisenerzer und Ybbstaler Alpen (je 4 Berge), Mürzsteger Alpen (2 Berge) und Gutensteiner Alpen (nur der Schneeberg). Von den höchsten Erhebungen des Steirischen Randgebirges (Stuhleck, Hochwechsel, …) hat es nur der Grazer Hausberg Hochlantsch in die Top 30 geschafft – seiner schroffen Nordseite geschuldet.

20011220-Hochtor k
Hochtor und Gr. Ödstein im Gesäuse

Bergwertung 2.0

Mit dem heutigen Tag liegt der Bergwertung eine neue Umrechnungsformel zugrunde, mit der aus dem Relevanzwert R eines Berges dessen Punktzahl ermittelt wird.
Die bis zuletzt verwendete Funktion f(R) = [lg (R + 1)]^0,25 * 8848/1,08161608 hatte mehrere Schwächen:
Sie war an die Höhenzahl des Mount Everest gebunden, um von dort her alle Punktwerte kleinerer Berge zu normieren. Bei jeder Neuvermessung des höchsten Berges der Erde würde also eine neue Formel benötigt. Inzwischen wird die Höhe des Everest öfters mit 8850 m angegeben, so dass schon jetzt eine unerfreuliche Situation für die Bergwertung aufgetreten war.
Zweitens hatte die Funktion für Relevanzwerte ab ca. 10 eine sehr schwache Steigung, so dass sich Größenunterschiede zwischen Himalaya-Riesen und den größten europäischen Bergen kaum mehr in Punktunterschieden auswirkten (Montblanc bereits 8113 Punkte).
Schließlich erreichten 40 Alpenberge mehr als 6000 Punkte, was gemessen an den Dimensionen anderer Hochgebirge recht hochgegriffen schien.
Kurzum: die Funktion F(R) = [lg (R + 1)]^0,25 stieg für kleinere Berge zu steil, für die richtig großen Berge hingegen zu schwach.

Eine deutliche Verbesserung dieser Problematik ergibt sich mit der neuen Umrechnungsformel
f(R) = (-640/(640+g(R))+1)*g(R)
mit g(R) = 2780*(exp(R^0.127)-1).

Die Unterschiede zwischen den beiden Funktionen können in der folgenden Grafik abgelesen werden:

Bergwertung Formel-Differenz
Neue (blau) und alte (rot) Umrechnungsfunktion für Relevanzwerte der Bergwertung. Der x-Wert 22,4 markiert die Position des Mount Everest. Die blaue Funktion würde für größere Berge auch noch deutlich größere Werte generieren, die rote kaum.

Für das Verhalten der beiden Funktionen für x-Werte nahe 0 vgl. die beiden folgenden Abbildungen:

Bergwertung Formel-Differenz b
Bei kleinen Mittelgebirgsbergen (ca. 450 Punkte) schneiden sich die beiden Funktionen blau (neu) und rot (alt).
Bergwertung Formel-Differenz c
Eine Verschiebung der Punktwerte von rot gegenüber blau ins Positive ist lediglich für kleinste Erhebungen ersichtlich – etwa in der Größenordnung von 15-25 Punkten.

Mit der neuen Umrechnungsformel werden die Punktzahlen insgesamt niedriger ausfallen. Auf die Datenbasis von aktuell 1120 Bergen bezogen sinkt der Mittelwert der Punktwerte von 3170 auf 2277. Er liegt damit in etwa in der Größenordnung des Mittelwertes der absoluten Höhe (2334).

Top 10 der Berge Irlands

Anlässlich eines Sommerurlaubs auf der grünen Insel habe ich mich ein wenig mit den morphologischen Höhepunkten Irlands befasst. Wie an vielen Stellen beschrieben gleicht Irland einem Teller, in der Mitte flach, an den Rändern sich zu Berggruppen aufschwingend, deren Lage dicht an den Küsten zu teils eindrucksvollem Relief führt. Das fast vollständige Fehlen von Bäumen und Wald trägt zu einem eher dem Hoch- als dem Mittelgebirge entsprechenden Eindruck der Bergwelt bei. Die Formen sind eiszeitlich abgerundet, weshalb die Gipfel oft Plateau-Charakter aufweisen und die steilen Flanken etwas unterhalb ansetzen. Auch wenn der höchste Berg Irlands nur knapp über 1000 Meter misst, finden wir doch immerhin – verteilt über verschiedene Regionen der Insel – mehr als 10 Berge mit mehr als 2000 Punkten (nach der Berechnungsweise der Bergwertung). In die Top 10 haben es alle mit mehr als 2150 Punkten geschafft. Das Schlusslicht der Liste ist ausgerechnet der Iren liebster: der Berg des Landesheiligen Patrick.

Die Rangliste umfasst Berge zwischen 688 und 1040 Metern Höhe, davon einer (Slieve Donard) in Nordirland gelegen:

Rang Berg Punktzahl Höhe (m) Isolation(km) Prominenz (m)
1. Carrauntoohil 2938 1040 401,2 1040
2. Brandon Mountain 2518 952 42,9 934
3. Galtymore Mountain 2485 919 111,0 899
4. Mount Errigal 2369 752 139,3 682
5. Croaghaun-Tonacroaghaun 2361 688 34,3 688
6. Mweelrea 2358 814 157,5 779
7. Slieve Donard 2326 850 139,0 825
8. Nephin 2275 806 51,6 766
9. Lugnaquilla 2251 925 159,9 905
10. Croagh Patrick 2155 764 12,0 640

Sechs der zehn mächtigsten Bergen Irlands verfügen über eine Isolation von mehr als 100 Kilometern. Daran ist ablesbar, wie sehr sich die Top 10 über die Regionen der Insel verteilen. Im Uhrzeigersinn von Norden startend sind diese sechs: Slieve Donard an der Ostküste Nordirlands; der Lugnaquilla als höchste Erhebung der Wicklow Mountains südlich von Dublin; Galtymore als einer der wenigen mehr im Landesinneren befindliche Berge – gelegen im Dreieck zwischen Limerick, Cork und Waterford; der Carrauntoohil als höchster des Südwesten; Mweelrea als höchste Erhebung Connemaras und schließlich die Pyramide des Errigal als markantem Höhepunkt Donegals im Nordwesten.

Croaghaun
Der steilste unter den 10 mächtigsten Bergen Irlands ist der Croaghaun, der die Westspitze von Achill Island markiert und knapp 700 Meter unmittelbar in den Atlantik abbricht.

Zieht man den Alpenraum als Vergleichsmaßstab für die in Irlands Bergen maximal erreichten Punktzahlen heran, so gibt es hier eine gewisse Ähnlichkeit mit den Ybbstaler Alpen, den Mürzsteger Alpen, den Tuxer Voralpen und den Sarntaler Alpen.

Schließen möchte ich den Beitrag mit Bildern einiger weiterer irischer Berge, die es nicht in die Top 10 geschafft haben und dennoch aufgrund ihrer geografischen Eigenschaften ein wenig Aufmerksamkeit verdienen.

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Der Slievemore ist (neben dem Croaghaun links) der beherrschende Berg von Achill Island. Er ist im „Irischen Tagebuch“ von Heinrich Böll beschrieben. Mit 672 m Höhe, 9.4 km Isolation und 583 m Prominenz kommt er auf 2038 Bergpunkte.
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Die Klippen des Sleave League an der Westküste Donegals gehören zu den höchsten des Landes. Der 595 m hohe Bergzug ist hier aus einer Entfernung von gut 60 km fotografiert. Slieve League erreicht 2045 Punkte.
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13 km vor der Küste Iveraghs – und vom berühmten Ring of Kerry oft sichtbar – liegen die beiden Klippeninseln der Skelligs. Die höhere von beiden – Skellig Michael – ist wegen ihrer frühchristlichen Besiedlungsspuren Weltkulturerbe. Das 217 m hohe Spitz erreicht trotz seiner idealen Relief-, Isolations- und Prominenzwerte nur 830 Bergpunkte. Mit seiner geringen Höhe bleibt Great Skellig eben doch eher klein.

Top 100 – Die mächtigsten Berge der Alpen

Hier sind sie – die 100 wichtigsten Alpenberge nach der Berechnungsweise der Bergwertung. Erwartungsgemäß erhält der Montblanc als mächtigster Alpenberg eine Punktzahl in Nachbarschaft zu den höchsten Bergen Ozeaniens (Carstensz-Pyramide) und Afrikas (Kilimandscharo), knapp 7000 Punkte. Dann folgen in der Rangliste zwei „Fünftausender“ und 52 „Viertausender“. Für das Erreichen von Platz 100 reichen dem Monte Emilius im Aostatal 3717 Punkte.

Unter den Top 100 befinden sich 54 Westalpen- und 46 Ostalpenberge – ein recht ausgewogenes Bild. Unter den Top 10 sind indes nur drei Ostalpenberge. Die wahren Riesen der Alpen befinden sich wohl doch im Westen. Hier geht es zur Karte der 100.

Rang

Berg

Punktzahl

Höhe (m)

Isolation(km)

Prominenz (m)

1.

Montblanc

6913

4810

2812,0

4697

2.

Monte Rosa Dufourspitze

5668

4634

78,2

2165

3. Barre des Ecrins 5036 4102 107,3 2045
4. Monte Viso 4985 3841 60,4 2062
5. Weisshorn 4971 4506 11,1 1235
6. Dom 4931 4545 16,8 1046
7. Ortler 4895 3905 49,0 1950
8. Piz Bernina 4850 4049 138,0 2234
9. Finsteraarhorn 4846 4274 51,7 2279
10. Monte Antelao 4790 3263 31,0 1723
11. Triglav 4739 2864 72,3 2059
12. Matterhorn 4675 4478 13,7 1031
13. Großglockner 4668 3798 175,0 2428
14. Gran Paradiso 4660 4061 44,4 1879
15. Wildspitze 4632 3768 48,6 2258
16. Grand Combin de Grafeneire 4591 4314 26,4 1517
17. Pointe de la Grande Casse 4589 3855 36,3 1305
18. Jungfrau 4577 4158 8,2 692
19. Hoher Dachstein 4518 2995 47,7 2136
20. Marmolada di Penia 4511 3342 55,3 2137
21. Montasch 4463 2751 31,3 1595
22. Tödi Piz Russein 4443 3614 42,0 1570
23. Monte Civetta 4439 3220 16,0 1447
24. Cima Sud Argentera 4431 3297 54,3 1306
25. Mont Pourri 4392 3779 13,8 1127
26. Rheinwaldhorn 4390 3402 35,0 1337
27. Hochkönig 4359 2941 34,4 2176
28. Grivola 4352 3969 8,5 714
29. Schreckhorn 4334 4078 5,5 794
30. Grand Pic de la Meije 4324 3983 9,6 825
31. Dent Blanche 4314 4357 7,2 915
32. Dent Parrachée 4272 3697 13,1 1182
33. Grandes Jorasses 4251 4208 7,7 843
34. Ringelspitz 4222 3247 29,9 840
35. Punta Sorapiss 4219 3205 7,2 1085
36. Bietschhorn 4196 3934 13,4 806
37. Großer Priel 4186 2515 41,0 1711
38. Mönch 4181 4107 3,5 589
39. Grintovec 4170 2558 53,2 1704
40. Weissmies 4166 4017 11,0 1171
41. Hochfeiler 4154 3510 49,1 957
42. Balmhorn 4152 3698 12,3 1022
43. Zugspitze 4144 2962 25,9 1746
44. Pointe de Charbonelle 4140 3752 22,4 994
45. Cima Presanella 4125 3556 18,4 1672
46. Aletschhorn 4117 4193 12,9 1035
47. Sommet des Diablerets 4098 3210 14,3 968
48. Dreischusterspitze 4095 3152 13,7 1393
49. Monte Disgrazia 4092 3678 15,0 1116
50. Aig. Verte 4066 4122 7,4 689
51. Monte Cristallo 4058 3221 10,6 1412
52. Pizzo di Coca 4057 3050 18,8 1875
53. Piz Linard 4055 3410 24,9 1027
54. Tofana di Mezzo 4020 3244 18,6 1369
55. l’Ailefroide Occidentale 4005 3954 4,1 762
56. Hohe Warte 3990 2780 33,7 1144
57. Pizzo Tambo 3981 3279 16,8 1164
58. Hintere Schwärze 3965 3624 12,8 809
59. Cima della Vezzana 3961 3192 16,0 1274
60. Monte Mangart 3958 2677 12,7 1066
61. Gr. Fiescherhorn 3951 4049 4,8 398
62. Hochtor 3927 2369 20,8 1520
63. Dents du Midi Haute Cime 3922 3257 19,0 1796
64. Monte Pelmo 3918 3168 7,5 1395
65. Hochalmspitze 3916 3360 45,6 946
66. Hoher Riffler 3913 3168 23,7 1326
67. Dammastock 3910 3630 21,7 1466
68. Watzmann-Mittelspitze 3908 2713 15,6 948
69. Langkofel 3892 3181 11,8 1124
70. Dent d’Hérens 3888 4171 3,7 698
71. Monte Baldo Cima Valdritta 3884 2218 22,1 1948
72. Hochgall 3873 3436 13,8 1148
73. Mont Pelvoux 3864 3943 3,3 465
74. Cima Tosa 3854 3173 16,4 1491
75. Schesaplana 3852 2964 30,3 809
76. Birkkarspitze 3850 2749 26,9 1564
77. Titlis 3839 3238 6,8 978
78. Olperer 3819 3476 10,3 1230
79. Blümlisalphorn 3817 3661 7,8 887
80. Oberalpstock 3817 3328 12,8 708
81. Birnhorn 3816 2634 15,5 1665
82. Skrlatica 3815 2740 5,9 982
83. Gr. Wiesbachhorn 3809 3564 9,8 484
84. Eiger 3805 3970 2,0 363
85. Liskamm 3798 4527 2,8 376
86. Haldensteiner Calanda 3792 2804 6,5 1446
87. Uia di Ciamarella 3781 3676 8,8 662
88. Aig. d’Arves Meridionale 3776 3514 12,7 1431
89. Großvenediger 3772 3667 26,0 1186
90. Hohe Gaisl 3768 3146 7,5 1092
91. M. Adamello 3759 3554 14,8 724
92. Doldenhorn 3747 3638 3,6 654
93. Säntis 3744 2502 25,8 2017
94. Täschhorn 3726 4491 1,1 210
95. Aig. de Scolette 3726 3506 14,2 1072
96. Aig. de la Grande Sassière 3725 3747 11,1 1197
97. Rimpfischhorn 3725 4199 4,6 642
98. Carè Alto 3721 3465 9,2 480
99. Cime du Gelas 3718 3143 8,4 669
100. Monte Emilius 3717 3559 12,8 739

Hier können die Definition und die Herleitung der Koeffizienten nachgelesen werden.

Kein Land stellt mehr der 100 mächtigsten Berge als Italien. Zu den 38 italienischen Bergen der Liste wurden Montblanc, Monte Rosa und Bernina nicht einmal mitgezählt, da die höchsten Punkte der Massive in Frankreich bzw. der Schweiz liegen. Auf Platz 2 unter den Ländern liegt die Schweiz mit 36 Bergen, gefolgt von Österreich (17), Frankreich (15), Slowenien (4) und Deutschland (2). (Grenzgipfel wurden beiden Ländern zugerechnet.)

Neben einigem Erwartbaren hält die Liste so manche Überraschung bereit: Aus den zentralen Ostalpen haben es eher wenige Berge in die Top 100 geschafft, nicht einmal die im Bereich der Ötztaler Alpen durchaus bedeutende Weißkugel, die mit 3698 Punkten knapp außerhalb auf Platz 103 landet. Zu gering ist in diesem Teil der Alpen das Relief der Landschaft ausgeprägt. Ganz anders die Dolomiten: Mit ihren steilen und oft sehr eigenständigen Bergstöcken stellen sie 11 der 100 mächtigsten Alpenberge.

Rangliste ausgewählter Berge aus aller Welt

Mit der auf dieser Seite entworfenen Punktwertung lassen sich die Berge der Welt in eine Rangliste bringen. Eine Top 10 oder Top 100 kann erst angegeben werden, wenn hier alle potentiell infrage kommenden Berge in der erforderlichen Weise vermessen wären. Für die Alpen liegt eine solche Top-100-Liste bereits vor, ebenso für Deutschland, Irland, Vorarlberg oder die östlichen Ostalpen. Hier präsentiere ich eine Auswahl bereits vermessener Berge aus aller Welt.

Berg Punktzahl Gebirge Höhe (m)
Mount Everest 8881 Himalaya 8848
Nanga Parbat 8279 Himalaya 8125
Denali 8146 Rocky Mountains 6168
Aconcagua 7919 Anden 6962
Kangchendzönga 7477 Himalaya 8586
K2 7438 Himalaya 8611
Annapurna II 7225 Himalaya 7937
Kilimandscharo 7071 Afrika 5895
Montblanc 6913 Montblancgruppe 4810
Carstensz-Pyramide 6483 Indonesien 4884
Aoraki / Mount Cook 6265 Neuseeland 3724
Pico del Teide 5658 Teneriffa 3718
Ätna 4848 Sizilien 3323
Lhotse 4718 Himalaya 8511
Olymp 4640 Griechenland 2918
Licancabur 4387 Anden 5920
Shivling 4174 Himalaya 6543
Kailas / Gang Rinpoche 4114 Transhimalaya 6638
Ama Dablam 4099 Himalaya 6814
Gerlsdorfer Spitze 4034 Hohe Tatra 2654
Moldoveanu 3867 Südkarpaten 2544
Gebel Katerina 3797 Sinai 2637
Galdhoppigen 3757 Norwegen 2469
Pietrosul 3703 Rodna-Gebirge 2303
Kebnekaise 3399 Schweden 2104
Higravstinden 3282 Lofoten 1146
Ben Nevis 3223 Schottische Highlands 1344
Schneekoppe 3006 Riesengebirge 1603
Carrauntoohil 2938 Irland 1040
Monte Maggiorasca 2853 Appenin 1804
Sgurr Alasdair 2668 Isle of Skye 993
Gran Ballon 2649 Vogesen 1424
Monte Capanne 2593 Elba 1017
Scafell Pike 2504 Cumbrian Mountains 978
Ball’s Pyramid 2438 Tasmanische See 562
Milleschauer 1952 Böhmisches Mittelgebirge 837
Biod an Athair 1166 Isle of Skye 313
Ménez Hom 1046 Bretagne 330
Botrange 796 Hohes Venn 694
Wilseder Berg 675 Lüneburger Heide 169

Der Blick auf die Zahlen zeigt, dass die hier betrachteten Berge eine teilweise von ihrer Höhenzahl weit abweichende Punktzahl aufweisen. Berge, deren Fuß bereits in sehr hochgelegenen Regionen liegt (Kailas / Transhimalaya oder Licancabur / Anden) erfahren entsprechende Abwertungen gegenüber ihrer Höhenzahl. Steile Berge in Meeresnähe können durchaus hohe Punktzahlen erreichen. Extrem ist dabei die verrückte Insel Ball’s Pyramid 600 km vor der Australischen Ostküste. Obwohl nur 564 m hoch bringt es diese Spitze auf satte 2438 Punkte.